Modellvorhaben im Landesprogramm Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt)
Projektträger: Koblenzer Wohnbau GmbH, www.koblenzer-wohnbau.de
Projektlaufzeit: bis 2009
"Miteinander und nicht nebeneinander leben" - so könnte das Motto dieses Wohnprojektes lauten.
Initiiert wurde das Projekt von der Fraueninitiative Lokale Agenda 21 Koblenz und Region“, die sich 1998 gründete. Bereits im Jahre 2000 gab es auf der Suche nach einem Bauträger erste Gespräche mit der Koblenzer Wohnungsbaugesellschaft. Mit Unterstützung der Stadt Koblenz fand man dann auch noch ein geeignetes Baugrundstück. Volker Simon wurde als Architekt beauftragt.
11 Mietwohnungen, eine Gästewohnung sowie eine Teeküche und ein Versammlungsraum als Gemeinschaftsräume im Erdgeschoss sind geplant, die auch den Bewohnern umliegender Häuser offen stehen werden und die für gemeinsame Aktivitäten zur Verfügung stehen.
Um sowohl Singles, insbesondere alleinstehende ältere Menschen, Paare und auch Familien mit Kindern anzusprechen, werden 2-4 Zimmerwohnungen von knapp 50-88m² Wohnfläche angeboten.
Besonderer Wert wurde dabei auf Barrierefreiheit gelegt, so werden z.B. alle Geschosse auch durch einen Aufzug erschlossen.
Ende 2006 soll das Bauvorhaben auf dem Gelände der ehemaligen Boelcke-Kaserne, das in der Nähe des Stadtzentrums liegt, abgeschlossen sein.
Für den Bau wird ein Förderprogramm für mittlere Einkommen in Anspruch genommen, um einem möglichst großen Interessentenkreis einen Einzug zu ermöglichen.
Soziales Anliegen
Die Initiatoren hatten sich zum Ziel gesetzt, eine Alternative zur Großfamilie zu schaffen, die sich in den letzten Jahrzehnten immer weiter voneinander gelöst hat. Meist leben die verschiedenen Generationen räumlich getrennt voneinander. Oftmals mündet diese Lebensweise spätestens im Alter in der Isolation oder in einem Altersheim.
Dieser Entwicklung möchte man auch mit dem Wohnprojekt "Gemeinsam Wohnen" begegnen.
Daher legen die Initiatoren Wert darauf, möglichst Menschen unterschiedlichen Alters und Geschlechts im Wohnprojekt zu vereinen. Ebenso soll es auch behinderten Menschen möglich sein dort zu wohnen.
Es soll ein Füreinander und Miteinander aller Bewohner entstehen, das trotzdem die Möglichkeit zum Rückzug bietet. Hierzu sollen die Gemeinschaftsräume eine zwanglose Kommunikation ermöglichen und den Raum zur Begegnung auch mit Bewohnern der umliegenden Häuser schaffen.
Gemeinsam mit allen Bewohnern sollen die Rahmenbedingungen für das Zusammenleben und die Nutzung der Gemeinschaftsräume erarbeitet werden. Bei der Erstbelegung der Wohnungen und der Neubelegung freier Wohnungen erhalten die Bewohner ein Mitspracherecht.
Ökologische Aspekte
Neben den sozialen Anforderungen, spielen auch ökologische Aspekte eine große Rolle. So wird das Gebäude wird im Niedrigenergiestandard errichtet. Die Beheizung erfolgt über Fernwärme. Die Gästewohnung erspart das Vorhalten teuren und sonst wenig genutzten Wohnraums für die einzelnen Mietparteien. Die zentrumsnahe Lage und gute Infrastruktur in unmittelbarer Nähe sollen lange Anfahrtswege zu den wichtigen Einrichtungen des täglichen Lebens sparen. Außerdem ist Gemeinschaftseigentum an wenig genutzten Gerätschaften (Werkzeugen, Waschmaschinen usw.) geplant. Die Nutzung des Carsharing durch die Bewohner wird angestrebt.
Sozialwissenschaftliche Begleitung
Um diesen Ansprüchen möglichst professionell gerecht zu werden, bemühte man sich um eine sozialwissenschaftliche Begleitung des Projektes, die die Gemeinschaft bei gruppenbezogenen sowie organisatorischen Aufgaben unterstützen und das Projekt wissenschaftlich dokumentieren soll. Konkrete Aufgabe der sozialwissenschaftlichen Begleitung ist es, die bestehende Gruppe professionell zu beraten, neu hinzu kommende Mitglieder zu integrieren, für die Entstehung eines guten Gruppenklimas und die Identifikation mit dem gemeinsamen Ziel "gemeinschaftliches Wohnen" Sorge zu tragen.
Die wissenschaftliche Betreuung ist von großer Bedeutung, da die Erfahrungen, die in diesem Projekt gemacht werden, dokumentiert und ausgewertet werden und so anderen, nachfolgenden Wohnprojekten zugute kommen können und die Entwicklung zu einer zukunftsfähigen generationsübergreifenden Wohnform fördern.
Ansprechpartner
Bernd Bodewing
Stadtverwaltung Koblenz
Umweltamt/Agenda-Büro
Gymnasialstraße 1
56068 Koblenz
Telefon 0261 129-1529
Telefax 0261 129-1500
Bernd.Bodewing(at)stadt.koblenz.de
Koblenzer Wohnungsbaugesellschaft GmbH
Görgenstrasse 14 – 16
56068 Koblenz
Telefon 0261 304 54-0
Telefax 0261 30454-90
info(at)koblenzer-wohnbau.de
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